Mein Besuch in Tanzania

 

REHA

REHA, ein Dorf am Fuße des Kilimanjaro, im Rombogebiet, wird bewohnt von einem Volk, das sich Chagga nennt.

Es leben dort 17 000 Menschen, die sich in 115 Gemeinden à 10- 12 Familien unterteilt.

Diese Familien, 1 918 an der Zahl, haben ungefähr 5- 10 Kinder und leben in kleinen Hütten, die sie Msonge nennen.

Es handelt sich um Kleinbauern, die ihr Geld zum Leben, sowie das Geld zur Ausbildung ihrer Kinder durch den Anbau von Kaffee, Bananen und Bohnen verdienen.

Jede Familie verfügt in etwa über zwei bis vier Kühe, fünf bis sieben Ziegen und ein paar Hühner. So ernähren sie sich hauptsächlich von Fleisch, Milch und Eiern, sowie von dem, was angebaut wird.

Es gilt in jeder Familie, die Kinder aufwachsen zu sehen, die Gemeinde unterstützt sich dabei gegenseitig, doch um die Hoffnung und den Mut nicht zu verlieren, spielt der Glaube und die Kirche eine sehr große Rolle.

 

Die Kirche

Die Kirche ist ein Stützpfeiler im Leben der Menschen hier. So versammeln sich pro Gottesdienst über 1 000 Seelen, die sich im Umkreis von fünf km auf den Weg machen, ihren Glauben zu teilen und ihre Last ein wenig zu lindern.

Aus zehn Gemeinden bildet sich eine Pfarrei. Es finden zwei Gottesdienste am Tag statt: um 06:00 Uhr und um 07:00 Uhr.

Am Sonntag sind es drei: um 07:00 Uhr für Erwachsene, um 10:00 Uhr für Kinder und um 11:00 Uhr für die Jugend.

 

Die Kirche in Reha wurde 1973 erbaut, doch sie wurde schnell zu klein. So gab es eine Erweiterung von 2002-2006, die durch Naturalspenden wie zum Beispiel Eier, Hühner und Ziegen der Bewohner, denen Ihre Kirche so am Herzen liegt, finanziert werden.

Doch auch die Kirche spendet an ihre Gemeinde. 50% der Schulen, Kindergärten und medizinischen Einrichtungen wurden von den Kirchen erbaut und werden von ihnen gefördert. So hat die Missionarsgemeinschaft in Moshi, die „Apostolische Lebensgemeinschaft der Priester“, gegründet in Königsstein, einen privaten Kindergarten, sowie eine private Schule mit Internat für die Kinder in Moshi, aber auch für die von ferneren Orten- sogar vom Nachbarland Kenia- geschaffen.

Der Kindergarten

...in Reha

Der Kindergarten darf von Kindern ab vier Jahren besucht werden. Momentan werden dort 60 Kinder betreut und gelehrt. Sie kommen alle im Umkreis von einem Kilometer, was für die Verhältnisse in Tansania sehr wenig ist, doch da die Kinder noch zu klein sind, um einen weiteren Weg alleine zu bewältigen, beschränkt sich der Umkreis der Besucher auf diese Entfernung.

Die Kinder sind in der ehemaligen Krankenstation untergebracht, sobald die Schule der Firma Klenk ihre ersten Räume fertig erbaut hat, sollen die Kinder, gemeinsam mit den Schulkindern dort lernen und spielen können.

 

Täglich gibt es eine kleine Mahlzeit, die meistens aus Hirsebrei, Maisbrei oder Reis besteht. Um 08:30 beginnt der Englisch- und Zahlenunterricht, danach wird gespielt, und gegen 12:00 Uhr wird gegessen. Gegen 12:30 ist der Kindergarten beendet, wobei einige Kinder sich jedoch weiterhin dort aufhalten, um noch etwas vor oder hinter der Kirche zu spielen. Einzelne haben am Nachmittag Gesangunterricht um am Kinderkirchenchor teilzunehmen.

..in der Stadt

Die Kinder dürfen ab zweieinhalb bis drei Jahren am Kindergarten teilnehmen und bleiben dort, bis sie sechs bis sieben sind. Sie werden in drei Gruppen unterteilt: die Jüngsten spielen, lernen englische Gebete und erste englische Floskeln, wie „Good morning teacher! How are you? I am fine.Thank you!“. Die älteren lernen ebenfalls Englisch, jedoch auf fortgeschrittener Basis. Desweiteren lernen sie, wie man Buchstaben und Zahlen in Heftlinien schreibt. Die Ältesten, man würde sie in Deutschland als „Vorschulkinder“ bezeichnen, lernen Englisch, Schreiben und mit Zahlen umzugehen. Es gibt einen festen Zeitplan mit Pausen, Unterrichts- und Essenszeiten. Zum Essen wird ebenfalls Hirse- und Maisbrei geboten.

Die staatliche Schule

Diese Schule wird von Kindern im Alter von sechs bis zwölf Jahren besucht. Es ist eine primary school, eine Art Mischung zwischen der deutschen Grund- und Hauptschule, deren Jahrgangsstufen von 1 bis 7 reichen.

Eine solche staatliche Schule verfügt im Durschnitt über 90 Kinder pro Klasse, die alle von einem Lehrer unterrichtet werden. Dies trifft auch auf diese Schule zu.

 

Es gibt zwei bis drei Klassen pro Stufe, was bedeutet, dass eine Stufe im Schnitt von 270 Kindern besucht wird.

Die Schule beginnt um 07:30 Uhr und endet um 16:30 Uhr. Einige Kinder bleiben jedoch nach Ende der Schule noch in den Klassenräumen, da sie zu Hause auf Grund der zu verrichtenden Arbeiten nicht zum Lernen kommen. Auch diesen Kindern wird eine Mahlzeit am Tag zur Verfügung gestellt. Es handelt sich ebenfalls um Hirse-, Maisbrei und Reis.

Die Qualität des Unterrichts an solchen staatlichen Schulen ist meistens sehr schlecht. Sie verfügen sehr häufig nicht einmal über einen leitenden Direktor, der sich verantwortlich fühlt und sich darum kümmert, dass die angestellten Lehrer unterrichten. Eine private Schule ist jedoch für fast alle Familien viel zu teuer.

 

Wolfgang Klenk primary and secondary school“

in Reha

Im Oktober 2008 begann der Bau der privaten Schule. Dieser Bau ist in 4 Phasen unterteilt- zur Zeit befindet man sich in Bauphase 1, die aus vier Lehrerbüros, einem Essensaal, einer Küche, den Außentoiletten, sowie vier Klassenräumen besteht und voraussichtlich im Januar 2010 abgeschlossen ist. In diesem Jahr 2010 soll Bauphase zwei beginnen, in welcher 4 weitere Klassenzimmer entstehen sollen. Die Bauphasen können jedoch nicht regelmäßig und voraussehbar voranschreiten, da man stark von den Regenzeiten abhängig ist.

Es ist geplant, eine Klassenkapazität von höchstens 40 Kindern durchzusetzen. Die Schule wird von ungefähr 160 Kindern im Umkreis von sechs bis sieben Kilometern besucht werden. Desweiteren soll in einigen Jahren evtl. ein Internat erbaut werden, sodass diese Schule auch von weiteren 200 Kindern besucht werden kann, die von weit her kommen.

Die Ausbildung der Kinder wird zu einem großen Teil durch Spenden finanziert werden müssen, da den Einen das Geld für eine gute Ausbildung fehlt und die Anderen Waisen sind, deren Verwandte oder Bekannte sie aufgenommen haben, jedoch über nicht genug Geld verfügen, da diese meistens auch eigene Kinder haben.

Die Schule ist Eigentum der Bruderschaft. Sie wird durch die Gemeinschaft geführt, der Hauptkontakt zwischen der Firma Klenk und Tansania findet jedoch über Pater Joseph Mosha statt.

Die “Moshi airport primary school” in Moshi


Dank der “Apostolischen Bruderschaft der Priester“ konnte auch in Moshi eine private Schule entstehen, deren Unterrichtsverhältnisse der Ausbildung der Kinder zu Gute kommen. Auf dem ganzen Gelände darf nur Englisch gesprochen werden, die Klassenumfang beträgt höchstens vierzig, sodass es leichter fällt, gemeinsam zu lernen. Der Unterricht wird größtenteils von Nonnen, oder auch Schwestern, wie man sie dort nennt, geleitet. Diese Schwestern sind auch für die Versorgung der Kinder am Nachmittag, sowie für die, welche das Internat besuchen, zuständig. 

Es gibt jeden Tag zwei Mahlzeiten, gegen Abend kommen die Kinder in den Essenssaal, um gemeinsam Reis mit Soße oder Maisbrei mit Gemüse zu essen.


Das Leben auf dem Land und in der Stadt


Viele Menschen verlassen ihr Heimatdorf, um in der Stadt zu arbeiten, oder dort ihre Ausbildung zu machen. Das Leben auf dem Land bietet ihnen nicht so viele Möglichkeiten. Es gibt kaum einen Job zu finden, mit dem man etwas Geld verdienen kann, so bleiben die meisten dort Kleinbauer.


In der Stadt hingegen gibt es mehr zu tun, es ist einfacher eine Arbeit zu finden, die die ganze Familie ernähren kann.


,,Ein großes Problem ist, dass den Menschen auf dem Land schon im Kindergarten viele Optionen genommen werden, da das Unterrichtsniveau dort sehr niedrig ist, in der Stadt hingegen umso höher. So werden die Kinder, deren Eltern etwas mehr verdienen, in die Stadt auf ein Internat geschickt, der Rest hat jedoch keine Möglichkeit, eine bessere Ausbildung zu genießen.


Die Kluft zwischen Stadt und Land, zwischen Arm und Reich wird somit immer größer. Nicht viele schaffen den Absprung in ein besseres Leben, da sie auf Grund des mangelnden Geldes keine andere Wahl haben. An diesem Punkt kommen die Patenschaften ins Spiel.



Waisenkinder und deren Ausbildung


Eine staatliche Schule kostet 100- 150€ im Jahr. Das Unterrichtsnivaeu ist jedoch meist sehr niedrig, es ist jedoch für eine Mahlzeit am Tag gesorgt.

Eine private Schule kostet 400- 500€ im Jahr. Sie bietet den Kindern meistens eine Unterkunft, 3 Mahlzeiten am Tag und eine Schuluniform.


Kann keine Finanzierung der schulischen Ausbildung stattfinden, schließen die Kinder mit der primary school ab und haben keinerlei Chancen auf einen Job, durch den sie etwas Geld zum Leben verdienen können. Ihnen bleibt bloß die Möglichkeit Kleinbauer zu werden und jeden Shilling dreimal umzudrehen. Nach der primary school folgt die secondary school (Jahrgangsstufe 8 bis 11), danach das College (Jahrgangsstufe 12 bis 13) und danach das Studium für weitere ca. vier Jahre. 

So sind die Kirchen stets auf der Suche nach Paten für die Kinder ihrer Gemeinden, um ihnen eine bessere Zukunft zu ermöglichen und somit dem Land einen Weg nach oben zu ebnen.

Reha Parish

Diocese Moshi

District Kilimanjaro

Tanzania, 07.07.2009 – 22.07.2009


Anna Lena Kunst


Fotos aus Tanzania

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